Besuch im Heideerlebniszentrum in Undeloh am 13.3.26

In einem zweistöckigen, geräumigen alten Fachwerkhaus sind ein Restaurant und eine Ausstellung zum Thema Heide untergebracht.

Wir waren wegen der Ausstellung gekommen, haben aber auch das reichhaltige Angebot an Speisen und Kuchen genossen.

Die Ausstellung gliedert sich in drei Teile, denen jeweils eine Etage im Haus gewidmet ist.

  1. Eiszeit

     Inhalte

Im Keller wird auf die Entstehung der geologischen Beschaffenheit des Bodens, der zur Ausbreitung der Heide führte, eingegangen. Bis zur Eiszeit und den damit einhergehenden Bodenbewegungen geht dabei die Darstellung zurück. Ein Film zeigt die geologischen Veränderungen durch Gletscherbewegungen, die Bildung von Moränen und die Folgen für Klima und Boden. Hier wird schon deutlich, dass das Zusammenspiel von Lage der Moränen und der daraus resultierenden Winde für den Abtrag der oberen Schicht sorgte und so sandige Böden ohne Humusschicht entstanden.

Die geologischen Schichten rund um Wilsede werden dargestellt.

In einem Nebenraum geht es um die schon frühe Besiedlung des Bereichs der heutigen Lüneburger Heide. Hinter Türen, die an massive Steinplatten erinnern, können die Funde von Ausgrabungen und Informationen über das Leben der damaligen Bewohner betrachtet werden.

    Medien

Die Medienvielfalt in diesen überschaubaren Kellerräumen ist groß.

Im Eingangsbereich befindet sich am Boden eine Installation, die durch Betreten und Bewegung die Darstellung verändert. Hier geht es um Eis und Schnee. Es gibt bebilderte Informationen an den Wänden, einen dreidimensionalen Aufbau der Gegend um den Wilseder Berg und den Film, der von den Besucher:innen gestartet werden kann. Zwei Bänke aus Plexiglas laden zum Sitzen ein. Der Film ist schnörkellos, inhaltlich präzise und gut nachvollziehbar.

In einem Nebenraum fühlt man sich nach Betreten wie in einer dunklen Höhle, in der mehrere große Steinplatten an den Wänden zu stehen scheinen und ein Weitergehen verhindern. Schnell wird klar, dass diese Steinplatten aus Styropor bestehen und Türen verkleiden, die man öffnen kann. Hinter den Türen gibt es auf Glasplatten von hinten beleuchtet, Informationen zu Ausgrabungen, Funden und den archäologischen Schlüssen daraus.

2.   Flora und Fauna in der Heide

      Inhalte

 

Das Leben in der Heide ist nicht so karg, wie man glauben könnte. Eine Vielzahl an Insekten, Vögeln, Amphibien und Kleinsäugetieren konnte sich die Heide erobern. Auch die Pflanzenwelt bestand nicht nur aus Eriken.

Waren die Böden eher moorig, siedelten sich feuchtliebende Pflanzen, wie die Venusfliegenfalle und auch Amphibien an. In eher trockenen Gebieten gab es mehr Nagetiere. Die Insektenvielfalt war enorm. Libellen, Wildbienen, Schmetterlinge und Fliegen müssen schon damals die Heide zum Summen gebracht haben.

Das Erdgeschoss ist diesem Thema gewidmet. In einer Ecke wird der Torfabbau dargestellt, der der Gewinnung von Brennmaterial diente.

 

    Medien

 

Auch hier spricht die Medienvielfalt wieder alle Sinne an. Zu sehen ist, wie erwartet, Bilder und Texte über Flora und Fauna. Zu hören sind die Geräusche der Tiere: Vogelrufe, Froschgequake, Summen der Insekten. In einer Ecke, die zum Thema Moor aufgebaut ist, wurde der Boden mit einer Art Matratze ausgekleidet, die ein echtes „Moorfeeling“ vermittelt.

Die Informationen rund um Fauna und Flora sind nicht einfach an Säulen und Wänden angebracht, man muss sie sich regelrecht „erarbeiten“. Viele Säulen tragen auf ihrer Vorderseite Bilder und Texte. Bei näherem Hinsehen entdeckt man dann Klappen an den Säulen, hinter denen sich weitere Bilder und Texte verstecken. Manche Säulen tragen ihre Informationen im „Inneren“. Duch Euro-Münzengroße, in die äußere Verkleidung eingelassene Linsen kann man Tiere „entdecken“. Die Linsen sind in einer Höhe von ca.60 cm bis zu ca. 1,80m angebracht. In alle konnte ich nicht hineinsehen (zu klein oder knirschende Knie).

Der Fußboden im größten Teil des Erdgeschosses erinnern an Lehmboden. Hier kann man überall Spuren von Tieren entdecken, als hätten sie diese beim Durchqueren hinterlassen.

Im vorderen Bereich steht eine Säule, die gefüllt ist mit den Bodenschichten, auf denen Heide gedeiht: Podsoden.

3. Nutzung der Heideflächen

    Inhalte

Im Obergeschoss betreten wir nun die Welt der Heidenutzung. Hier geht es um Heidschnucken-Haltung, Imkerei, Arten, wie Heidefläche für den Ackerbau nutzbar gemacht werden kann. So werden hier verschiedene Arten der Bodenbearbeitung gegenübergestellt. Auch das Aufforsten, das eine Zeitlang als Ziel verfolgt wurde, wird hier dargestellt. Deutlich werden auch der Widerstreit zwischen Ackerbau und Waldnutzung im Gegensatz zur Erhaltung der Heide als Kulturgut in heutiger Zeit. So gibt es hier auch einen Hinweis auf die Gründung des Vereines zum Schutz der Heidelandschaft.

 

   Medien

Figürliche Darstellungen – z.B. Gründungsmitglieder des Vereins, Heidebauern und -bäuerinnen, Heidschnucken – werden durchweg als vergrößerte Fotos auf Pappe gezogen umgesetzt. Neben den entsprechenden Aufstellern liegen Werkzeuge und anderes Arbeitsgerät. Man kann alles anfassen. Werkzeuge sind mit dickerem Bindfaden „gesichert“.

 

Das Themengebiet Aufforstung wird mit ähnlichen Säulen wie im Erdgeschoss dargestellt, nur dass es hier statt Klappen Schubladen gibt, in denen weitere Informationen oder auch zur Baumart passende Spuren wie Blätter, Eichel-Schalen, Rindenstücke zu finden sind.

Das Thema Bodenbearbeitung wird zum einen durch Informationen auf Säulen, die unter anderem den Aufwand und Ertrag der verschiedenen Methoden gegenübergestellt, aber auch durch Filme und auditive Informationen zur Verfügung gestellt.

4. Fazit

Inhaltlich wird das gesamte Thema Heide abgedeckt: Entstehung, Flora und Fauna, Bewirtschaftung. Der Teil historische Heidebauernwirtschaft wird eher gestreift. Doch meiner Meinung nach können wir die Themenbreite in Undeloh sehr gut als Grundlage für Diskussionen über unsere Themeneingrenzung nutzen.

 

Die Medienvielfalt ist enorm. Es hat wirklich Spaß gemacht, durch die Ausstellung zu gehen und nach immer neuen Möglichkeiten (Klappen, Schubladen, Startknöpfen …) zu suchen, an weitere Informationen zu kommen. Diese „Verrätselung“ macht die Ausstellung sehr lebendig. Was wir von diesen Anregungen für unsere Ausstellung übernehmen können und wollen, müssen wir uns noch erarbeiten.

Liste möglicher Ausflugsziele

Das Heideerlebniszentrum ist besonders interessant, weil es hier eine große Ausstellung zum Thema Heidewirtschaft gibt. Aus der Beschreibung auf der Seite: 

"Unser Ausstellungbereich erzählt über drei Geschosse die Geschichte der Heide – von der Eiszeit bis zur modernen Heidepflege.

In der eisigen Vergangenheit wird erklärt, wie die heutige Landschaft von Eis und Wind geformt wurde. Alte Heidebauern, Schäfer und Imker erzählen von ihrer Arbeit, die aus dichtem Wald weite Heide entwickelt hat. Im Mittelpunkt steht der Hauptdarsteller „Besenheide“.

Im Obergeschoß lernen Sie die tierischen und maschinellen Landschaftspfleger von Verein und Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide kennen. Der Pflegemix erhält eine vielfältige blühende Heidelandschaft."

Diese Ausstellung ist kostenlos, und geöffnet Mittwoch - Sonntag 10:30 bis 17:00 Uhr. Im Gebäude gibt es ein Cafè mit Kuchen und kleinen Speisen, sodass wir diesen Ausflug mit einer Kaffeefahrt verbinden könnten. 

Ob wir als Gruppe oder nur Einzelne nach Tütsberg fahren wollen, können wir gerne nach dem Besuch von Undeloh klären. Mit dem Leiter des Vereins, Dr. Koopmann, habe ich im Vorfeld schon mal gesprochen. Er wäre bereit, mich oder uns auf dem Gelände herumzuführen und Fragen zu beantworten.

 

 

 

 

Hösseringen

Am 28. 9. 25 waren Martina, Joachim und Doris im Freilichtmuseum Hösseringen. Eine große Anlage mit bisher 30 Gebäuden, Erweiterungen sind geplant. Besonders schön: auf dem Gelände gibt es eine Heidefläche, auf der Heidschnucken leben. In einem Schafstall gibt es auf Infotafeln auch Informationen über Heidebauernwirtschaft.

Es gab viel Text auf den Tafeln, aber auch Bilder

Einige Werkzeuge wurden unter Glas gezeigt

Hinten im Schafstall steht diese Raufe.