Kamingespräch Schafhaltung - 15.1.2026

Horst berichtete über seine Erfahrungen als Schafzüchter. Er züchtete mit Absicht Skudden, um diese alte Rasse  zu erhalten. Dabei bemühte er sich um die Weiterführung von Blutlinien aus verschiedenen Gegenden (z. B. Schlesien, Niederlande). Auflagen für Schafzucht und Schlachtung führten zu einem immer kleineren Bestand, inzwischen hält er noch 10 Schafe, die nicht mehr geschlachtet werden sollen, sondern an Altersschwäche sterben werden. Nicht nur Auflagen von Behörden, auch rücksichtslose Hundehalter und Wolfsrisse machten die Schafhaltung problematisch. Es wurde auch immer schwieriger, Schafscheerer und Schlachter für die Tiere zu finden. Diese Rahmenbedingungen machen es zur Zeit für viele kleine Schafzüchter sehr schwer, sodass viele ans Aufhören denken, oder schon aufgehört haben. Das Tragische: diese Entwicklung trägt rasant zu dem Verlust von Genlinien bei. Ganze Strecken / Linien gehen unwiederbringlich verloren und dies kann dann zu Verlust ganzer Rassen, mindestens rassetypischen Merkmalen/Eigenschaften führen..

Im Museumsdorf Kiekeberg werden im Mai Schafe öffentlich geschoren, doch auch bei Horst können wir Mitte/Ende Mai zusehen, wie seine Schafe geschoren werden. 

 

Besuch von Frau Görke am 7.12.2025

Frau Görke (Museumspädagogin im Museumsdorf Hösseringen) besuchte das Schafstallviertel und unsere AG. Joachim, Martina und Doris hatten sie bei einem Besuch in Höseringen und der Teilnahme an einer Führung von Frau Görke kennengelernt und zu uns eingeladen.

Werner führte die Gruppe zunächst zum neuen Schafstall, wo die Geschichte und Details zur Restaurierung erläutert wurden. Wir erfuhren, dass der Startschuss zu Aufbau und Pflege des Schafstallviertels 1974 gelegt wurde, als ein Schafstall, der auf dem Gelände eines ansässigen Metallbetriebes stand, der Erweiterung einer Halle weichen sollte. Mit vereinten Kräften, vielen Helfern und Spendenunterstützung wurde dieser Stall auf dem jetzigen Gelände des Schafstallviertels aufgebaut. Dort standen bereits 5 Ställe, die z.T. nicht oder kaum genutzt wurden und von dichten Sträuchern umgeben waren. Der Wunsch, auch diese Ställe in einen besseren Zustand zu bringen, führte zur Gründung des Kulturförderkreises, dessen Ziel es wurde, das Schafstallviertel zu restaurieren und zu pflegen und das Gelände für Interessierte zugänglich zu machen. Im Laufe der Zeit kamen noch andere Schafställe dazu, die z.T. woanders abgebaut und hier wieder aufgebaut wurden. So sind es nun insgesamt 10 Schafställe, von denen sechs vom Kulturförderkreis betreut werden. Dazu kommt der neue Schafstall, der gerade restauriert wird.

In einem der Schafställe besuchten wir die Ausstellung zum Kalibergbau. Anfang des 20. Jhds. wurde in Hülsen (und anderen Orten in der Region) Kali abgebaut. Herr Schäffer aus Häuslingen sammelte Gegenstände aus dieser Zeit. Diese Sammlung ging nach seinem Tod an die Gemeinde Rethem, die sie über die Gemeinde Dörverden dem Kulturförderkreis als Dauerausstellung überließ.

In der Infostätte Schafstall saßen wir dann bei Kaffee und Keksen und tauschten uns über unser Projekt aus. Frau Görke hatte weitere Literatur mitgebracht (Materialienheft "Arbeiten auf dem Lande" und eine Ausgabe von "Caluna" mit einem Artikel über Schäferkarren - beides ist nun in unserem Handapparat).

In den Diskussionen wurde deutlich, dass wir uns vielleicht doch früher als geplant mit den Grenzen unseres Themas befassen müssen. Wollen wir "nur" die Zeit 17. und 18. Jahrhundert behandeln oder bis in die Gegenwart? Gehören nur die Heidschnuckenhaltung oder auch Themen wie Imkerei oder die Lebensrealität der Menschen in der Heidewirtschaft dazu?

Dieses Einkreisen unseres Zieles wird uns in bei den nächsten Treffen sicher weiterbegleiten.

Frau Görke bot an, auch während der Winterpause für uns eine Führung explizit zur Heidebauernwirtschaft in Hösseringen anzubieten. Auf dem Gelände gibt es einen großen Bereich mit Heide, in dem Heidschnucken leben, einen Schafstall und Infos zum Thema.

 

KickOff am 27.11.2025

Es war ein toller Abend mit offenen Gesprächen und ersten Ideen.
Doris stellte einen Arbeitsplan vor, der allgemeine Billigung fand.

Zu den Vorschlägen für mögliche Ausflüge wurden noch das Bomann-Museum in Celle, das Domherrenhaus in Verden und die Familie Hemsoth genannt, die Heidschnucken züchtet. (Siehe Vorschläge für Ausflüge unter dem Punkt "Berichte") Es bestand ein Konsens, dass wir die Ausflüge gerne als Gruppe unternehmen möchten. So hätten wir vor Ort schon die Möglichkeit, uns darüber auszutauschen. Evtl. können wir die großen E-Autos aus dem E-Car-Sharing der Realweg nutzen.

 

Für den Besuch von Frau Görke am 7.12. hat sich Werner bereit erklärt, eine Führung durch das Schafstallviertel zu machen. Hier hätten die von uns, die noch nicht alles über das Schafstallviertel wissen, die Gelegenheit, Informationen zu komplettieren.

 

Wir haben auch vereinbart, dass Horst an einem Abend bei einem lockeren Kamingespräch über seine Schafhaltung berichtet und wie er dazu gekommen ist. Auch wollen wir Werner befragen, wie die Ausstellung in der Kalistube konzipiert wurde.

Das werden zwei spannende Treffen mit unseren eigenen Experten, für die es noch keine festen Termine gibt.

 

Diese Webseite soll für uns als Austauschplattform dienen. Alle Anwesenden bekamen ein Blatt mit den Zugangsdaten, sodass alle hier schreiben können (aber nicht müssen. Ihr könnt Eure Inhalte auch an Doris senden, die sie dann hier veröffentlicht). Die, die am 27.11. nicht dabei sein konnten, bekommen diese von mir, wenn wir uns treffen. 

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